In den Tag rein leben, bummeln, einkaufen... und meine
Ticket für die Pazifik-Reise abholen - das steht heut Vormittag an. Dann fahre
ich zu einem Aussichtspunkt auf den Mt Viktoria. Von hier oben gibt es einen
wunderschönen, weitreichenden Rundblick und man kann die' Faultline' (die
Stellen wo die australische und pazifische Erdplatte zusammenkommen) gut
erkennen und tiefe Erdbebenrisse an mehreren Hängen der gegenüberliegenden
Berge sind sichtbar. Der Wind weht eiskalt. Ich erfahre später beim Segeln,
dass der Wind heut, direkt aus der Antarktis kommt, d. h. ungebremst (es gibt
keine Hindernisse) in den Hafen von Wellington reinbläst.
Um 2pm ist mein
Segeltörn. Ich bin die Einzige, die Sonne scheint und der Wind bläst mit 5-6Bft
und es anders als überall sonst 5-6Bft sind. Ich bekomme eine kurze Einweisung
mit Powerpoint von Simon dem Skipper (damit ich auch weiß was zu tun ist falls
er selbst über Board geht- seine Worte, grrr..) und meine Segelkleidung- Hose,
Jacke und Schwimmweste. Simon meint wir werden alle Händevoll zu tun haben und
Nasswerden- 'draußen tobt der Bär'. Das stimmt! Nur mit der Einschränkung, dass
ich alle Hände voll zu tun habe, denn Simon hält das Steuer und gibt Kommandos.
Kurz nach ablegen turne ich bei extremer Schräglage vorne auf dem Segelboot
rum. Vorsegel, Großsegel Hochziehen, die Segel über die Winsch bedienen etc.
Mir peitschen die Wellen ins Gesicht, der Wind ist eiskalt aber es macht sehr
viel Spaß. Da ich die einzige Mitseglerin bin, kann ich mir aussuchen wo es
hingehen soll und ich möchte quer durch den Hafen bzw in die einzelnen Buchten.
2Stunden sind schnell rum und wir fahren wieder rein. Ich hab wieder alle Hände
voll zu tun.... Nach diesem wunderschönen Nachmittag mache ich mich auf den Weg
gen Norden entlang schöner Küstenstreifen. Zum ersten Mal seit langem stehe ich
in einem Stau - fast 1Stunde auf den Highway Nr 1. ich fahre eine Umgehung über verschiedene
Küstenstreifen. Hier sieht es überall aus wie bei uns auf den Inseln- lange, breite
Sandstrände und breites Dünen-Hinterland, sehr schön und ganz anders als das,
was ich bisher gesehen habe. Beim Autofahren werde ich müde, so dass es Zeit
wird ein Nachtquartier aufzusuchen. In dem unbedeutenden Ort 'Lenvy' finde ich
einen 'Holiday Park' Campingplatz...
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