Dienstag, 1. April 2014

23.2 Dunedin - interessante Begegnungen

Sonntag, 23. Februar 2014

Ich werde früh wach und fahre zum nahegelegenen ´St Kilda Beach´. Es ist sehr schönes Wetter, sehr stürmisch und es sind schon viele Leute mit ihren Hunden unterwegs. Ich koche mir einen Kaffee und lasse die wunderschöne Morgenstimmung auf mich wirken. Dann fahre ich in die Stadt und mache ein wenig´ Sightseeing´: Queens Park, Chinese Garden, Railwaystation (hier buche ich ein Ticket mit dem ´Taire Scenic Train´ für morgen), Kunstgalerie, Chocolate Factory, Kirchen und fahr zur steilsten Straße der Welt - die Baldwin Street (Guinnessbuch der Rekorde).


Ich gehe auch in eine Kirche und komme zufällig in einem gleich beginnenden Gottesdienst, gehalten von Bewohnern der Cook-Inseln im Pazischen Ozean. Sie sind sehr freundlich, sprechen mich an, bitten mich rein zu kommen und geben mir ein Kirchenblatt. Ich verstehe nichts denn es findet alles in ihrer Sprache statt. Es ist aber eine schöne Atmosphäre, denn sie tragen ihre Inseltracht mit viel Blumenketten, Blumenschmuck und großen Blumenhüten an. Ich fühl mich gleich wie in der Südsee und meine Lust dorthin zu reisen wächst.
Im Reiseführer habe ich gelesen, dass es auf der ´Otago Halbinsel´ eine Königs-Albatrosse Kolonie geben soll - die Einzige weltweit. Im Moment haben sie auch Junge und es soll sehr interessant und niedlich sein sie zu sehen. Da es nur 45 Minuten von Dunedin entfernt ist und das Wetter bestens, fahre ich am Nachmittag dorthin. Man musste sich vorab anmelden und wir sind eine Gruppe von 7 Personen.
Bei dem einleitenden Video sitze ich neben (wie ich später erfahre) Cuert-Jan. Beim Rundgang durch die Kolonie lernen wir uns besser kennen und beim anschließenden Kaffee erzählt mir Cuert-Jan, dass er Arzt ist und aus Holland kommt. Er wohnt und arbeitet aber schon seit über 10 Jahren in Australien. Er ist ´Flying Doctor´, d.h. er fliegt mit dem Hubschrauber zu seinen Krankeneinsätzen. Dies ist üblich in Australien, da die Entfernungen so weit auseinanderliegen. Er erzählt mir später von seinem Weg zu seinem Traumberuf und wie sehr, sehr schwierig es war diesen Weg zu bestreiten – es ist unglaublich interessant. Er gibt mir einen Link, von einem Bericht, den er in einer Ärztezeitschrift veröffentlicht hat. Als ich ihm sage dass ich Lehrerin bin, sagt er ich müsste diesen Bericht meinen Schülern zeigen, damit sie sehen was mit starkem Willen und Leistungsbereitschaft zu erreichen ist – wenn man es nur wirklich will. Cuert-Jan hat sich kürzlich in Neuseeland beworben (eine neue gewollte Herausforderung) und beginnt nächste Woche seine neue Stelle in der Notfallabteilung in einem Krankenhaus in Dunedin.
 ´Runway to a Dream!´ http://hedc.otago.ac.nz/ojs/index.php/NZMSJ/article/download/484/205

Abends gehe ich wieder in mein Lieblings-Bistro und bestelle mir dasselbe von gestern Abend und möchte in meinem Blog arbeiten, da das Internet hier gut funktioniert. Gerade steht mein Essen auf dem Tisch, als ich Blair und Grant kennenlerne, die mich auf mein appetitlich-angerichtetes Essen ansprechen und mich fragen ob sie sich zu mir setzten dürften. Sie bestellen sich das Gleiche, geben mir noch ein Bier aus und wir haben einen lustigen Abend. Wir unterhalten uns über ´Gott und die Welt´ und es ist interessant, da sie mir viel von Neuseeland erzählen können (sie sind einheimisch). Wir verabreden uns wieder für morgen – selbe Zeit, selber Ort.
Bei der Fahrt zu meinem Campingplatz komme ich am Ortsausgang in eine Polizeikontrolle und muss pusten. Ich bin total aufgeregt und versuche aber cool zu bleiben ...
Ich muss den Pustevorgang 2x wiederholen - dann sagt der Polizeibeamte:" Weiterfahren!" -  alles gut gegangen!!!!!!



22.2 Von ´Oamaru´ nach ´Dunedin´

Fotos können nicht hochgeladen werden :(((

Samstag, 22. Februar 2014

Heute Morgen werde ich wache und entdecke, dass ich auf einem kleinen Campingplatz gelandet bin (das war gestern Abend nicht zu erkennen). Vor mir steht ein auffälliger Wagen und ich komme mit einer Deutschen ins Gespräch. Es ist Elisabeth,33 , alleinreisend, Triathletin und Ultramarathonläuferin (alles über 42km). Sie reist auch mehrere Wochen durch NZ. Wir frühstücken zusammen auf der Terrasse, es ist schon sehr warm. Sie erzählt, dass gestern Abend, als sie hier mit einem Glas Wein auf der Terrasse saß, auf einmal ein Pinguin ankam eine Weile stehen blieb und dann neben ihr unter dem Haus verschwand… Dann kam noch ein 2ter. Total niedlich. Wir können das Nest neben der Terasse sehen. Sie sind hier überall. Selbst bei ´McDonalds´ und ´Burger King´ laufen sie unter der Terrasse durch.
Beim Morgenspaziergang durch das historische Viertel treffe ich zufällig Carina - von gestern Abend. Wir verbringen die nächsten Stunden gemeinsam und dann mach ich mich auf den Weg nach Dunedin. Unterwegs halte ich noch an den ´Boulder´. Die ´Boulder´ sind eine Anzahl ungewöhnlich großer kugelförmiger Felsen, die am Strand von ´Moeraki´ liegen. Besonders bei Ebbe sind zu gut zu sehen – sehr beeindruckend.
In ´Dunedin´ komme ich abends bei starken Regen und Sturm an. Im Zentrum finde eine gemütliche Kneipe und lasse den Abend bei paniertem Schnitzel mit Bier und Internet ausklingen und fahre dann auf einen ´Top 10 Holiday Park´ (Campingplatz). Leider ist er schon geschlossenen und somit übernachte ich im Wagen in einem angrenzenden Wohnviertel. In der Nacht gewittert es heftig – es ist sehr unheimlich … in meinem Camper bin ich aber gut aufgehoben... bin aber froh als die Nacht rum ist…

Elisabeth und ihr ´Wicked-CamperVan´

 
 
 
Unser Campingplatz - sehr schön gelegen
 
 

 
Schöne Wandmalereien an der Gebäudeseite von der Rezeption



 
Abenteuer-Spielplatz - sehr geschmackvoll ausgestattet



 
Schnitzereien - Tiere aus Neuseeland


 
 
 

21.2 ´Oamaru´ - eine Stadt voller Pinguine

Fotos lassen sich nicht hochladen????   :((((

Samstag, 22. Februar 2014

Abfahrt von Mount Cook bei bestem Wetter und ich fahre – mal wieder durch grandiose Landschaft - gen ´Omarama´. ´Omarama´ ist hervorragend geeignet zum Segelfliegen, bedingt durch die nordwestlichen Thermalwinde. Zudem soll es hier spektakuläre Sonnenuntergänge geben – aber ich möchte weiter. Zuvor suche ich ein Restaurant auf, in dem es eine familiengeeignet ´Stripshow´ (laut Reiseführer) geben soll. ´Wrinkly Rams´ zeigt, wie Merinoschafe heute geschoren werden und wie es traditionell gemacht wurde, aber ich bin zu spät - die Farm hat leider zu L
Weiter geht’s durch das ´Waitaki Valley´ zu den ´Elephant Rocks´. Es sind von Wind, Regen und Flüssen geformte Felsformationen/ Felsblöcke, die aussehen wie gigantische Tiere, die sich auf dem Feld schlafen gelegt haben. Was vor 25 Mio. Jahren einmal Sand war, wurde verschüttet und verhärtete sich im Laufe der Zeit zu Kalkstein (sie kommen in dem Film ´Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia 2005 als Filmkulisse vor). 
Weiter fahr ich gen ´Oamaru´ - eine niedliche, kleine, historische Hafenstadt (12.000Ew) und bekannt durch die charaktervollen historischen Bauten am Hafen und die vielen Pinguine die es hier im Hafen gibt. Allabendlich kommen die blauen Zwergpinguine ´Blue Pinguins´ bei Dämmerung an Land – die Touristenattraktion (aber zum Glück heute nicht so viele). Ich möchte um 7pm dort sein um mich anzumelden, hier sollen sie, in einem alten Kalksteinbruch Richtung Ufer watscheln. Ich schaffe es pünktlich und kaufe mir die Premium-Karte. Hier sitz man ganz nah dran. Wir warten bis es dunkel wird. Ein spezielles Scheinwerferlicht macht es uns möglich die Tiere zu sehen, sie sehen uns aber nicht. Pinguine hören auch nicht gut. Wenn sie unsere Anwesenheit mitbekämen, würden sie umkehren und wieder ins Wasser gehen und ihre Jungen an Land bekämen kein Futter. Dann endlich ist es soweit von weitem sehen wir einen große Gruppe anschwimmen. Mit einer Welle lassen sie sich an Land spülen und schlittern, rutschen und watscheln dann die Steine hoch. Es ist total niedlich. Sie sehen soooo knuffelig aus! Sie putzen sich ziemlich lange, bevor sie dann, ein männlicher Führer voran (er ist dicker und etwa größer als die Weibchen) hoch kommen, anhalten, links und rechts schauen - ob keine Gefahr lauert - und dann in windereile, den Kopf tiefgeneigt, über den Platz huschen bzw. watscheln. Sie drängen sich unter den Zaun durch, in das Schutzgebiet, und verschwinden unter Büschen und Holzkästchen. Weiterhin machen sie aber laut auf sich aufmerksam, denn die jungen wollen gefüttert werden. Es dauert fast 2 Stunden bis alle da sind – sie kommen nach und nach. Ich zähle fast 75 Tiere.

Neben mir sitzt eine Amerikanerin sie ist auf Geschäftsreisen hier und es sehr interessant ihr zuzuhören. Sie arbeitet für ´init´ (´fresh ideas for public transport´) und ist für die Programmierung von Anzeigetafel (Busse und Bahnen) zuständig bzw. muss sie die Software testen. Sie ist in ChCh gewesen und macht jetzt noch einen Wochenendausflug bevor es nächste Woche wieder nach Hause geht. Irgendwann wird es uns zu kalt und wir gehen.
Ich gehe zu meinem Wagen und sehe, dass auf dem Parkplatz große Aufruhr herrscht. Eine Platzeinweiserin ist damit beschäftigt Wagen anzuhalten und umzuleiten. Ich traue meine Augen nicht – überall sind Pinguine. Wohin man auch schaut. Das was ich eben gesehen war die Pinguinkolonie. Hier draußen das sind die ´Wilden`. (Hätte ich das gewusst, hätte ich mir die 30€ Eintrittsgeld sparen können). Obwohl … sie kommen hier nur vereinzelt rein. Ich parke mein Auto und komme mit der Aufseherin ins Gespräch. Sie sagt, dass die Pinguine hier überall sind. Sie sind in der ganzen Stadt, unter Terrassen und Gebäuden. Sie sagt es wäre ihr sogar eine Last. Sie muss die, von meist Autos angefahren Tier einsammeln und sie beißen heftig und stinken abartig (nach altem vergammelten Fisch) … Dank der Artenschutzbemühungen ist die Pinguinpopulation aber dramatisch gestiegen, sodass aus einst lästigen Viechern inzwischen offizielle Maskottchen der Stadt wurden.

Bevor ich abfahre muss ich unter mein Auto schauen ob da kein Pinguin sitzt und siehe da…es hat sich einer hinter dem Hinterrad versteckt. Ich warte bis er geht. Er geht in eine alte Holzbaracke. Davor wartet schon ein Junges und ich möchte mir anschauen wie es gefüttert wird. Aber siehe da, das Elternteil geht vorbei - das Junge ist nicht seins - es möchte etwas haben und bettelt und der Pinguin wird forsch und geht schnurstracks an ihm vorbei. Mir tut er leid – wo sind seine Eltern?
Dann ist wildes Gezeter, welcher Pinguin gehört zu welchem Jungen und wer bekommt die Nahrung. Die Pinguine sind den ganzen Tag draußen auf dem Meer auf Nahrungssuche und kommen dann Abends rein. Wenn sie nicht an Land können (wegen Sturm oder weil es sonst zu gefährlich ist) schlafen sie auf dem Meer, indem sie sich auf das Wasser legen.

Irgendwann fahre ich langsam aus dem Hafen. In eine der urigen Bier-Kneipen am Hafen kehre ich noch ein, bestelle mir ein ´local pint´ und höre hinter mir eine Stimme – „du kannst mir auch Gesellschaft leisten“. Unser deutscher Akzent ist wohl immer irgendwie herauszuhören und so hat mich auch Carina erkannt. Wir haben noch einen netten Abend zusammen...

Es ist schon spät und ich habe mich nicht um einen Campingplatz gekümmert. Ich hoffe im Hafen im Auto irgendwo zu schlafen aber finde keine geeignet Stelle. Fahre kreuz und quer -  irgendwann sehe ich ein paar Camper im Dunkeln am Wasser stehen und geselle mich dazwischen….






20.2 Mit dem Kajak über den Tasman Gletschersee

Donnerstag, 20. Februar 2014

Um 9am treffen wir (eine 7 köpfige Gruppe) uns im ´Old Mountaineers Cafe´ und fahren 20 Minuten zum Gletschersee ´Lake Tasman´. Mit von der Partie sind 2 junge Kanadierinnen (Kelsey und Amelie) ein Pärchen aus Australien (Melissa und Lee) und ein älteres amerikanisches Pärchen (Debby und Rusty). Ich sitze mit Sigi, unserem Guide, in einem Boot. Wir fahren 20 Minuten mit einem Kleinbus und müssen nochmal 15 Minuten laufen. Dann sind wir am ´Lake Tasman´. Die Tour dauert 3 Stunden und ist sehr informativ. Wir erfahren viel über Eisberge, Gletscher und Gletscheseen. Zu Beginn bekommen wir eine Einweisung, wie wir ein `Floß-Päckchen´ bilden. Das ist wichtig, da häufig tonnenschwere Eisbrocken vom Gletscher abbrechen und dann eine meterhohe Tsunamiwelle entsteht - dann müssten wir schnell das Raft bilden, mit dem Bug in die Welle zeigend. Erst gestern, sagt Sigi, ist so etwas passiert ... Da es heute sehr heiß ist, schmilzt das Eis schneller und wir hören ständig ein Rumoren in der Ferne. Es sind Eisbrocken die von Gletscher abbrechen und in den Seen fallen. Aber wir bleiben von einer Welle verschont. Der See ist sehr kalt 0,5 Grad und ist mehrere hundert Meter tief.

Mt Cook/Aoraki -Panorama





 
 
´Tasman´- Gletschersee

 
Kajakstation



 
Eisbergspitze - (ragt über 200m tief)
 



 
Es sieht alles klein aus, aber es sind riesige und tonnenschwere Eisbergspitzen

 
Wir müssen immer aufpassen, da sie plötzlich abrechen oder überrollen können





 
 
Sigi hackt Eis ab und gibt es mir zum ´kosten´ - es ist über 1000 Jahre alt
 
  
 
 




 

 








 
Mit Schwung fahren wir auf einen Eisbergableger, dieser bricht ab und bringt die Eisbergspitze ins Rollen. Mir ist es unheimlich aber ich hoffe Sigi weiß was er  ...
(die Anderen dürfen es nicht nachmachen)
 


 
Gletscherzunge (Ende) - hier können tonnenschwere Brocken abfallen und eine Tsunamiwelle verursachen



 
Unter dem Geröll kommen Gletschereis zum Vorschein - sehr gefährlich dort zu wandern



 
Eiskaltes Wasser - 0,5 Grad 
Das milchige Wasser (Steinmehl) gibt dem See seine tiefblaue Farbe

 




Ich lass den Abend wieder im ´Old Mountainneers´ ausklingen